Fotos gesucht: Wie sah The Garden im Jahr 2000 aus?

Vor gut zwei Jahren, im März 2013, begann der Abriß der Häuser Chausseestraße 57 – das Ende einer bewegten Geschichte: Zuvor hatten sie zwei Jahre leergestanden, davor wiederum waren sie illegal bewohnt. Und davor? Ab wann waren die Gebäude „entmietet“ und standen leer? Schon im Jahr 2000 oder erst später?

Hintergrund dieser Fragen ist die Bitte eines Kiezbewohners: Er hat einen Rechtsstreit mit den Bauherren von The Garden und dabei geht es nun um genau die Frage: Standen die Hinterhäuser 57 im Jahr 2000 bereits leer oder nicht? Hierfür sucht er nun nach Hin- und im besten Fall sogar Beweisen. Er schreibt: „Gibt es vielleicht Fotos oder andere mögliche Hinweise, daß die Gebäude Chausseestr. 57  im Jahr 2000 teilweise noch bewohnt waren? Bzw. Bilder, die nicht der verwahrlosten Zustand ab ca. 2005 zeigen?“

Helfen könnten zum Beispiel Mietverträge, Kündigungen, Fotos mit Zeitstempel? Oder kennt Ihr frühere Bewohner der abgerissenen Hinterhäuser? Alles, was Euch einfällt, leiten wir gerne weiter – schickt uns einfach eine Mail.

Vielen Dank für Eure Mithilfe!

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Von dem, was weitergeht und dem, was verschwindet

Es ist still geworden um unsere kleine Kiez-Zeitung, zu still. Das liegt zum einen daran, dass nur noch einer der ursprünglich vier Spione überhaupt im Kiez wohnen. Der Rest ist nach und nach weitergezogen, was an sich in keinem der Fälle mit dem Kiez der Spione zu tun hat – und doch viel über die rasend schnellen und tiefgreifenden Veränderungen aussagt. Und genau die sind es zum anderen, die den verbliebenden Kiezspion etwas mutlos werden lassen: Es passiert so viel und vor allem gleichzeitig, dass er gar nicht mehr weiß, wo zuerst spionieren. Man könnte auch sagen: Der Wandel ist uns über den Kopf gewachsen.

Umso schöner ist es da, wenn Hilfe von außen naht, in diesem Fall von halb-außen: Annika Wisniewski lebte als Kind in der Wöhlertstraße und erlebte hier zwischen 1985 und 1993 die Wendezeit. Nun war sie mal wieder in ihrem alten Kiez und hat ihre Beobachtungen und Empfindungen aufgeschrieben. Weiterlesen

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Lieber Dreck als Eigeninitiative?

Heute erreichte uns die Nachricht, dass die selbstangelegten Beete auf der Schwartzkopffstraße bis morgen geräumt werden sollen – sonst würden sie von der Stadtreinigung entfernt. Einige Anwohner haben dazu einen Aufruf verfasst:

Initiative „Saubere & schöne Schwartzkopffstrasse“
RETTET DIE BAUMSCHEIBENBEETE
4.4.2014
Liebe Anwohner und Nachbarn,

wie Sie hoffentlich bemerkt haben, hat sich das Straßenbild Dank der Initiative einzelner Bewohner und Hausgemeinschaften während der letzten 2 Jahre von einer stark durch Sperrmüll, Hundekot und Dreck verschmutzten Straße zum Besseren gewandelt. Auf eigene Kosten wurden Materialien für die Baumscheibenfassung, Erde und Pflanzen beschafft und in vielen Arbeitsstunden diese wunderschönen kleinen Beete erschaffen.
http://www.directupload.net/file/d/3583/ctisvvbo_jpg.htm
Dies geschah zum Wohl aller Anwohner und Passanten. Wer hat gern schon Müll, Schmutz oder Hundekott vor seiner Haustür?
http://www.directupload.net/file/d/3583/keo7yfoq_jpg.htm

Heute wurden vom Grünflächenamt Aushänge befestigt, auf denen steht, dass mit Frist bis zum 8.4. alle Baumscheiben zu beräumen sind. Das bedeutet das Ende der kleinen blühenden Oasen.
http://www.directupload.net/file/d/3583/e4lx4no8_jpg.htm

Dies finden wir unverständlich und erheben Einspruch. Die Stadt sind wir, die Bewohner!

Die Aktion ist umso unverständlicher, da die Stadt ausdrücklich zur Bepflanzung der Baumscheiben aufruft ( https://www.berlin.de/ba-mitte/org/sgagruen/baumrevier_002.html ). Die Räumung würde jedoch das Ende der Initiative in dieser Strasse bedeuten. Liebe Bürgerinnen und Bürger, wenn Ihnen der Gehweg und die kleinen Pflanzen, welche jedes Herz erfreuen, retten wollen:
Bitte engagieren Sie sich!

Wie? Schreiben Sie an das Grünflächenamt und setzen Sie sich dafür ein, dass es nicht zur Entfernung der Blumen kommt. Faxen, mailen Sie (straßen-gruenflaechenamt@ba-mitte.verwalt-berlin.de), rufen Sie dort an: 030/9018 44200

Helfen Sie mit beim Erhalt der Bepflanzungen der Baumscheiben, damit wir unser gepflegtes Straßenbild behalten können und wir uns auch noch im nächsten Jahr an den Pflanzen erfreuen können.

Die Initiative „Saubere und schöne Schwartzkopffstrasse“
Kontakt: Nora Erdmann Schwartzkopffstrasse 8; Mario Lehmann Schwartkopffstrasse 5

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Verdrängung – so funktioniert’s

Bergstraße 62 – das ist zwar nicht bei uns im Kiez, aber auch nicht so weit weg. Die Filmemacherin Katrin Rothe hat in ihrem sehenswerten Film „Betongold“ dokumentiert, wie ein Investor die Bewohner des Hauses unter Druck setzte und einschüchterte. Am Ende hatte er seinen Willen: Fast alle der alten Bewohner zogen gegen eine Abfindung aus, die Wohnungen konnten neu zugeschnitten, luxussaniert und einzeln weiterverkauft werden. Die Umbauten dauern immer noch an:

http://mediathek.rbb-online.de/rbb-fernsehen/dokumentation-und-reportage/betongold-wie-die-finanzkrise-in-mein-wohnzimmer-kam?documentId=17489830 (Hoffentlich ist dieser Link nicht wie üblich nach 7 Tagen tot, denn der Film ist wirklich sehr erhellend.)

Die Bewohner des Hauses Schwartzkopffstraße 8 (und andere) können vermutlich Ähnliches berichten…

 

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First Lady im Kiez

First Lady Michelle Obama und ihre Töchter haben bei ihrem Berlin-Besuch heute mittag auch einen Abstecher zur Gedenkstätte Bernauer Straße gemacht. Wir kamen (zufällig, zugegeben) dort vorbei und konnten uns das Schauspiel ansehen:

Die Obamas an der Bernauer StraßeDie Bernauer Straße komplett gesperrt. Bestimmt hundert deutsche Polizisten aus BaWü, Sachsen und sonstwo an den Absperrungen. Dazu Secret Service-Leute in Zivil und im Anzug. Etwa 200 Schaulustige – und Passanten, die nicht weiterkamen. Michelle im Schatten des einzigen Baumes. Erklärungen durch den Leiter der Gedenkstätte. Dann Geschenkübergabe an Prof. Sauer zum Ende des Damenprogramms – und ab rauscht der Tross aus 10 schwarzen US-Limos und -Jeeps, dahinter Krankenwagen, deutsche Honoratioren, Polizei. Innerhalb kürzester Zeit löst sich der ganze Spuk in nichts auf…

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BND: Was tun, wenn’s brennt?

Am besten ganz schnell weglaufen, denn ob die Feuerwehr rechtzeitig am Brandherd sein wird, ist mehr als fraglich. Monatelang diskutierten der Geheimdienst und die Berliner Feuerwehr um das Vorgehen bei einem Brand in dem „riesigen Kasten“. Der Weg in das Gebäude erfolgt über digitale verschlüsselte Einlasskarten und ein biometrisches Verfahren. Die Feuerwehr verlangte einen Generalschlüssel. Der BND winkte ab und bot stattdessen eine Eskorte aus Mitarbeitern für die Brandschützer. Nun gibt es einen Kompromiss: Es wird eine Schlüsselzentrale eingerichtet. Wer dort arbeitet, sollte lieber auf’s Nickerchen und die Zigarettenpause verzichten. Die Idee: Die Feuerwehr holt sich dort einen Bund ganz normaler Schlüssel ab, die ganz herkömmlich durch das Umdrehen des Schlüssels im Schlüsselloch fuktionieren. Dann geht’s auf zum Löschen. Was passiert eigentlich, wenn die Schlüsselzentrale Feuer fängt?

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Aus einem Kiez vor unserer Zeit…

Eigentlich ist es noch gar nicht so lange her, seit unsere Leserin Annabel im Kiez der Spione gewohnt hat. Und doch erscheinen ihre Bilder wie aus einer anderen Zeit: An der Chausseestraße gab es noch keinen BND, keine Tankstelle. BeachMitte residierte noch auf dem Gelände des „Stadions der Weltjugend“ und nicht an der Caroline-Michaelis-Straße.

Lange her? Nicht unbedingt: 2000/2001, also vor gerade mal einem Dutzend Jahre, wohnte Annabel für kurze Zeit in der Wöhlertstraße. Nachdem sie kürzlich auf unser Blog gestoßen ist, schrieb sie uns:

Netter Blog den ihr da habt (und so hochspezialisiert, auf die paar Strassen da…) […] Neulich bin ich mal wieder die Chausseestr. hochgeradelt, und mir dieses Dings, dieses BND-Dings reingezogen, madre mia…

Der Anblick des BND-Monstrums scheint so eindrucksvoll gewesen, dass Annabel daraufhin in ihren alten Fotos gekramt und uns einige zugeschickt hat – herzlichen Dank dafür! Weiterlesen

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