Die schönste Ruine der Stadt

Es war eines der faszinierendsten Gebäude im ganzen Kiez: Das ehemalige Postverteilzentrum in der Scharnhorststraße 6-7. Direkt an der früheren Mauer gelegen, sozusagen am Ende der Welt, war es in den vergangenen Jahrzehnten eine verwunschene Industrieruine. Das Postverteilzentrum stand schon vor der Wende leer und ist seitdem verfallen. Noch im September 2007 sah das Gelände so aus:

Copyright Backstein. Das Bild entstammt diesem Blog.

Doch seit einigen Monaten wird nun auch hier kräftig gebaut. Doch entstehen leider keine Theatersäle, Künstlerateliers oder Probenräume, dabei wäre die Ruine für ein Kulturzentrum nahezu perfekt geeignet gewesen. Stattdessen sollen auch hier, so wie in der ganzen Scharnhorststraße, private Wohnungen entstehen, die eines Tages den anrückenden Pullacher Agenten Quartier bieten sollen. Schließlich schließt das Gelände von hinten direkt an die derzeitige Großbaustelle des BND an.

Mittlerweile ist der Dornröschenschlaf des Postverteilzentrums vorbei: Der Verbindungsflügel wurde abgerissen, die Dächer abgetragen. Laut der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sollen die beiden Seitenflügel aufgestockt und verlängert werden. Später soll das ganze dann so aussehen. Heute, im November 2009, hat sich bereits einiges getan:

Das Postverteilzentrum im November 2009

Bis 2010 sollen in den historischen Mauern des Postverteilzentrums 110 Eigentumswohnungen mit ingesamt 11 700 Quadratmetern Wohnfläche entstehen. Die Bild-Zeitung weiß zu berichten: „Fahrstühle rein, Balkons davor. Die Mieter der 112 Wohnungen (60-180 qm) zahlen ab 10 Euro/qm.“

Wie schön und romantisch das ganze Ensemble im November 2009 noch war, lässt sich vielleicht aus diesen Bildern erahnen. Schade drum!

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3 Antworten zu Die schönste Ruine der Stadt

  1. central station schreibt:

    Jo, schade drum.
    Als ich noch dort in der Nähe wohnte, bin ich öfter da spazieren gegangen. Besonders das erste Bild erinnert total an früher! Auf dem Gelände haben damals viele Katzen gewohnt 🙂

    Tja, wie war das? „Berlin ist dazu verdammt, ewig zu werden und nie zu sein.“ Gefällt einem nicht immer, und pflügt mitunter heftigst durch den Rosengarten der Erinnerung.

    Viele Grüße an die Spione

  2. IM Mo schreibt:

    hallo liebe „kiezspione“,

    ich hätte da noch ein paar „wunderschöne“ photos aus der nachbarschaft dieses ex-morbiden ensembles … habe aber keine kontaktmail gefunden. und bevor ich mal wieder blogge, vielleicht habt ihr verwendung …

    SG IM Mo

    • kitfuchs schreibt:

      Hallo Mo,
      Fotos, insbesondere alte von vor dem Umbau, sind natürlich immer gerne genommen. Bitte schicke sie bei Gelegenheit an kiezspione (at) gmx (punkt) de. Vielen Dank!
      Das mit der fehlenden Kontaktadresse auf der Seite ist auch ein guter Hinweis, da sollten wir uns mal drum kümmern…
      Schöne Feiertage wünschen die Kiezspione!

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