Feuerland bleibt abgebrannt – bis 2013

Die Bauschilder stehen bereits seit ewigen Zeiten: In bester Lage an der Chausseestraße, direkt gegenüber der zukünftigen BND-Zentrale, sollen die Feuerlandhöfe entstehen. Außer den Schildern aber bewegt sich nichts: Das Großprojekt von TLG Immobilien kommt nicht so recht voran. Hier der Stand im Herbst 2009, der – abgesehen vom fehlenden Schnee – auch der heutige ist:

Eigentlich sollten die Büroräume bereits ab 2011 bezogen werden, so kündigt es die bundeseigene Entwicklungsgesellschaft auf ihrer Webseite an. Der bestehende alte Teil sollte demnach ab 2009 umgebaut werden, 2010 dann der Neubau zur Straße hin dazukommen. Insgesamt soll so eine Nutzfläche von über 41.000 Quadratmetern auf sechs Etagen plus Keller entstehen. Nach den Plänen soll das Objekt dann so aussehen:

Bisher aber tut sich wenig auf der Baubrache mit der stilvollen Fabrikruine. Die Diskrepanz zwischen Plänen und Wirklichkeit ist groß. Wie die TLG auf Anfrage mitteilte, habe sich das Projekt ein bißchen verschoben. Derzeit sei die Fertigstellung für Anfang 2013, der Baubeginn für Herbst 2010 geplant. Bedingung dafür sei, dass die Hälfte des ersten Bauabschnittes von 20.000 Quadratmetern bereits vorvermietet werden könne. „Wir sind in Verhandlungen“, sagte Projektsprecher Alexander Meißner. „Bis April bleibt es relativ spannend, da wird sich zeigen, ob wir den Termin im Herbst halten können.“

Das Gelände an der Chausseestraße 42 war zunächst Heimat der Fasceschen Maschinenbau-Anstalt, so die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Die heute noch bestehenden denkmalgeschützten Fabrikgebäude gehen auf das Jahr 1910 zurück. Damals errichtete der Baumeister Max Richter, so schreibt die TLG, „für die Gerlach & Co. Aktiengesellschaft ein Hofensemble im damals neuesten Stil: mit riesigen Sprossenfenstern, die das Tageslicht in den letzten Winkel holten, und hohen, großen, offenen Räumen und stabilen Decken, die den schweren Maschinen gewachsen waren.“ Während der DDR-Zeit hatten die Secura-Werke hier einen ihrer Sitze, die Registrierkassen herstellten. Hier ein Bild des Geländes, bevor die vorderen Gebäude abgerissen wurden:

Der Name Feuerlandhöfe, den sich die Projektentwickler von der TLG ausgedacht haben, geht auf den Berliner Volksmund zurück. Der bezeichnete das Gebiet der Oranienburger Vorstadt als „Feuerland“, da sich hier ab Mitte des 19. Jahrhunderts die aufstrebende Metall- und Maschinenbau-Industrie Berlins niederließ. Zu Hochzeiten waren es über 30 Betriebe mit mehr als 3000 Arbeitern. Wikipedia schreibt: „Da alle diese Gewerbe viel Feuer zur Produktion einsetzten und große Mengen an Rauch aus den diversen Schornsteinen in den Himmel zog, kam diese Gegend zu dem heute bereits wieder vergessenen Namen ‚Feuerland‘.“

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