Die Gnadenkirche (1895 – 1967)

Auf den ersten Blick erinnert nichts mehr an sie: Die Spuren der einstigen Gnadenkirche im Invalidenpark sind nahezu ausgelöscht. Nur die schmale Granitskulptur in der Mitte des Bassins erlaubt eine Ahnung, dass hier mal ein Bauwerk stand. Doch welches es war, verrät die „versunkene Mauer“ des Landschaftsarchitekten Christophe Girot nicht.

Die evangelische Gnadenkirche wurde von 1891 bis 1895 erbaut und war das Gotteshaus des benachbarten Invalidenhauses. Deswegen wurde sie auch als Invalidenkirche bezeichnet. Ein weiterer Name war Kaiserin-Augusta-Gedächtniskirche: Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach, Ehefrau Kaiser Wilhelms I., war 1890 und damit kurz vor Baubeginn gestorben. Ihr Sohn Wilhelm II. sowie reichlich anderer Hochadel war deshalb bei der Einweihung 1895 anwesend; sie hatten auch einen Großteil der Baukosten von 1 Million Mark gespendet.

Mit 1550 Plätzen war die Gandenkirche recht groß, ihr Turm war 69 Meter hoch. Stilistisch orientierte sich der Entwurf von Architekt Max Spitta an der Frühromanik. Im 2. Weltkrieg wurde die Kirche zerstört, die Ruine wurde 1967 gesprengt. In den folgenden Jahrzehnten verwahrloste der gesamte Invalidenpark, auch wegen der direkten Grenznähe.

Zwischen 1992 und 1997 wurde der gesamte Park zwischen den heutigen Bundesministerien neu angelegt; gleichzeitig entstand das Bassin mit der Skulptur. Die ehemalige Gnadengemeinde gehört heute zur Gemeinde Sophien.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Historisches, Kiezbewohner abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s