Straßen im Kiez

Die Straßen im Kiez der Spione – Alphabetisch sortiert, mit Namensgebern und kurzer Historie:

  • Am Nordbahnhof: Der frühere Fern- und heutige S-Bahnhof hieß bis 1950 Stettiner Bahnhof. Die DDR nannte den Bahnhof um, weil nach der Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze der Bezug zum nun in Polen liegenden Stettin vermieden werden sollte.
  • Boyenstraße: Nach Hermann von Boyen (1771 – 1848), preußischer Generalfeldmarschall und Kriegsminister. Boyen führte 1814 die allgemeine Wehrpflicht in Preußen ein. Sein Grab befindet sich auf dem Invalidenfriedhof.
  • Caroline-Michaelis-Straße: Nach Carolina Michaëlis de Vasconcellos (1851 – 1925), deutsche Romanistin. Sie lebte mit ihrem Mann in Portugal, wo sie 1912 als erste Frau auf einen Lehrstuhl für romanische und germanische Philologie berufen wurde.
  • Chausseestraße: Wurde um 1800 als als erste Straße in der Mark Brandenburg zur gepflasterten Kunststraße ausgebaut – und erhielt den französischen Namen für diese Art von Straße. Wegen der Tautologie sollte sie 1861 in Humboldtstraße umbenannt werden; der Magistrat lehnte das ab.
  • Elisabeth-Schwarzhaupt-Platz: Der neue Platz am Nordbahnhof wurde nach der ersten (westdeutschen) Ministerin benannt. Schwarzhaupt (1901 – 1986) saß von 1953 bis 1969 für die CDU im Bundestag und war von 1961 bis 1966 Bundes-ministerin für Gesundheitswesen.
  • Gartenstraße: Nach den ausländischen Gärtnerfamilien, die hier auf Befehl König Friedrichs II. nach 1770 angesiedelt wurden. Die Straße wurde 1752 angelegt, seit 1801 heißt der vordere Teil Gartenstraße; seit 1833 auch der hintere Teil in unserem Kiez. Eine angedachte Umbenennung in Humboldt-Straße wurde 1881 abgelehnt.
  • Habersaathstraße: Nach Erich Habersaath (1893 – 1918), Werkzeugmacher und Mitbegründer der USPD. Er starb am 9. November 1918 auf der Chausseestraße, als das Militär das Feuer auf die revolutionären Arbeiter eröffnete.
  • Invalidenstraße: Die Straße wurde im 13. Jahrhundert angelegt, ihr überlieferter Name ist Spandauer Heerweg. Ihr jetziger Name geht auf das Invalidenhaus zurück, das Friedrich II. 1748 zur Versorgung der Kriegsversehrten aus dem Ersten und Zweiten Schlesischen Krieg errichten ließ. In diesem Gebäude befindet sich heute ein Teil des Bundeswirtschaftsministeriums.
  • Julie-Wolfthorn-Straße: Nach Julie Wolfthorn oder Wolf-Thorn (1864 – 1944), Malerin und Grafikerin. Sie war als eine von wenigen Frauen Gründungsmitglied der Berliner Secession und dort später auch im Vorstand. 1942 wurde sie im hohen Alter nach Theresienstadt deportiert, wo sie nach zwei Jahren starb.
  • Kieler Straße: Nach der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel. Die Straße am Vorbassin des Nordhafens wurde 1870 angelegt, 1873 erhielt sie ihren Namen.
  • Liesenstraße: Nach Carl Adolf Friedrich Liesen (1785 – 1854), Berliner Gastwirt aus der Chausseestraße 39. Über sein damaliges Grundstück führt die 1826 angelegte Straße, seit 1833 trägt sie seinen Namen.
  • Pflugstraße: Nach Friedrich Adolf Pflug (1810 – 1886), Unternehmer. Er gründete 1839 in der Chausseestraße 7-9 eine Maschinenbauanstalt für Eisenbahnwaggons, die – später als Aktiengesellschaft – bis 1880 existierte.
  • Scharnhorststraße: Nach Gerhard von Scharnhorst (1755 – 1813), preußischer General und Organisator der Preußischen Heeresreform. Auch er ist auf dem Invalidenfriedhof beigesetzt.
  • Schwartzkopffstraße: Nach Louis Victor Robert Schwartzkopff (1825 – 1892), Unternehmer. Gründer der Berliner Maschinenbau-Actien-Gesellschaft mit Sitz in der Chausseestraße 20. Die heutige Schwartzkopffstraße wurde 1889, also schon zu Lebzeiten, nach ihm benannt. Sein Grab ist auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof.
  • Schwarzer Weg: Nach der Farbe der Schlacke, die den Weg einst bedeckte.
  • Wöhlertstraße: Nach Johann Friedrich Ludwig Wöhlert (1797 – 1877), Unternehmer. 1842 gründete er in der Chausseestraße 29 eine Maschinenbauanstalt und Eisengießerei. Er wurde auf dem Invalidenfriedhof beigesetzt.
  • Zinnowitzer Straße: Nach dem Ostsseebad Zinnowitz auf Usedom. Die Straße entstand 1906, ihr Name steht im Zusammenhang mit dem nahe liegenden Nordbahnhof (damals Stettiner Bahnhof), von dem die Züge in Richtung Norden und Nordosten abfuhren.

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